Kulturpass-Aus: “Ein Rückschlag für die kulturelle Teilhabe junger Menschen”
Die Bundesregierung hat bekanntgegeben, dass der 2023 eingeführte KulturPass für 18-Jährige nicht weitergeführt wird. Nach drei erfolgreichen Jahren, in denen junge Menschen zunächst ein Budget von 200 Euro und zuletzt 100 Euro für kulturelle Angebote zur Verfügung gestellt bekamen, werden die Mittel für dieses wichtige Projekt gestrichen.
Der KulturPass ermöglichte es jungen Menschen, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und finanziellen Situation, an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen, Bücher zu erwerben oder Festivals zu besuchen. Insgesamt konnten so in den vergangenen drei Jahren zehntausende junge Menschen kulturelle Teilhabe erleben und gleichzeitig wurde die durch die Pandemie stark betroffene Kulturbranche unterstützt.
Die Grünen-Abgeordnete Awet Tesfaiesus, Obfrau im Kulturausschuss des Bundestages, erklärt dazu:
“Das Ende des KulturPasses ist ein erheblicher Rückschlag für die kulturelle Bildung und Teilhabe junger Menschen in Deutschland. Kulturelle Teilhabe ist kein Luxus, sondern ein wesentlicher Bestandteil unserer demokratischen Gesellschaft.
Junge Menschen, die 2008 geboren sind, werden nun nicht mehr wie die drei Jahrgänge vor ihnen, den KulturPass zum 18. Geburtstag bekommen. Stattdessen ist es genau dieser Jahrgang, der den zur möglichen Wiedereinführung der Wehrpflicht geplanten Fragebogen erhalten wird. Da diese jungen Menschen am meisten unter der Pandemie gelitten haben und von den gravierenden Mängeln im Bildungssystem betroffen ist, halte ich das Zeichen für fatal, sie in die Pflicht zu nehmen, statt ihnen ein kulturelles Startguthaben an die Hand zu geben.
CDU/CSU und SPD haben im Kultur- und im Haushaltsausschuss die Anträge der Grünen abgelehnt, den KulturPass fortzuführen. Sie tragen jetzt die politische Verantwortung. Besonders enttäuscht bin ich von der SPD, nachdem Ex-Kanzler Olaf Scholz sich bei der Einführung noch mit dem KulturPass gerühmt hat.
Wir Grüne werden uns weiterhin dafür stark machen, die kulturelle Teilhabe junger Menschen zu fördern, und sie ihnen unabhängig von ihrem sozialen und finanziellen Hintergrund zu ermöglichen.“


